Jubel über die Seligsprechung Galens

Unter dem Beifall und Jubel von mehr als 5.000 Pilgerinnen und Pilgern und weiteren 10.000 Gläubigen aus aller Welt ist Kardinal Clemens August von Galen am 9. Oktober 2005 in einem feierlichen Pontifikalamt im Petersdom selig gesprochen worden.

Während einer Ansprache nach der Seligsprechungsliturgie, mit der Benedikt XVI. den Präfekten der Kongregation für die Heilig- und Seligsprechungen, Kardinal José Saraive Martins beauftragt hatte, kam der Papst selber zu den versammelten Gläubigen in die Petersbasilika und verehrte die Reliquien des neuen Seligen.

"Großmütiger Bischof"

Papst Benedikt XVI. würdigte den neuen Seligen, der von 1933 bis 1946 Bischof von Münster war: "Unter der großen Schar der Zeugen für Christus im 20. Jahrhundert tritt diese Persönlichkeit eines eifrigen Priesters und eines großmütigen Bischofs klar hervor." Papst Benedikt XVI. richtete an die Gläubigen die Botschaft: "Wir wollen den neuen Seligen um seine Fürsprache anrufen: zum Segen für Kirche und Gesellschaft in Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt."

Kardinal José Saraiva Martins verlas zu Beginn der Seligsprechungsfeier ein päpstliches Schreiben, wonach Galen in die Liste der Seligen einzutragen ist. Darin heißt es, dass von nun an Kardinal von Galen "als Seliger angerufen und sein Fest an den vorgesehenen Orten und gemäß den rechtlichen Bestimmungen jährlich am 22. März, seinem Todestag, gefeiert werden kann".

Weltberühmt

In seinen Begrüßungsworten richtete Kurienkardinal Martins eine besonderen Willkommensgruß an die Pilger des Bistums Münster: "Zur 1200-Jahr-Feier eures Bistums seid ihr nach Rom zum Grab des Apostelfürsten Petrus gekommen. Ich freue mich, die Messe mit euch feiern zu können."

Bischof Reinhard Lettmann stellte zu Beginn der Zeremonie, bei der die Bitte zur Seligsprechung formell ausgesprochen wurde, das Wirken Kardinal von Galens als vorbildhaft vor und erinnerte an dessen Kardinalserhebung 1946 in Rom: "Damals wurde beim Einzug der neuen Kardinäle im Petersdom gerufen: Das ist der 'Löwe von Münster'. Von Galen war wegen seines Widerstandes gegenüber dem Nationalsozialismus weltberühmt."

Bedeutsame Haltung

Der innere Sinn der Seligsprechung, sagte Bischof Lettmann, sei es, in der Gestalt Galens eine für unser heutiges christliches und kirchliches Leben bedeutsame Haltung herauszustellen und "zum Leuchten zu bringen". "Es ist die Haltung des christlichen Freimutes. Dabei geht es um das christliche Selbstbewusstsein." Auf dem Fundament des christlichen Freimuts habe von Galen die Rechte Gottes und des Menschen verteidigt. Unerschrocken und mit der Bereitschaft, sein eigenes Leben in die Waagschale zu werfen, habe er vor allem in seinen berühmt gewordenen Predigten im Sommer 1941 das Recht der Menschen auf Leben verteidigt." Bischof Lettmann erinnerte auch daran, dass der verstorbene Papst Johannes Paul II. als junger Student in Polen diese Predigten gelesen und weiter verbreitete habe.

Auch Kurienkardinal Martins erinnerte an die historischen Leistungen von Galens und gratulierte der Diözese Münster: "Genau in dem Jahr, in dem sie ihrer Gründung vor 1200 Jahren gedenkt, kann die Diözese mit Freude und Stolz diese Seligsprechung hier feiern. Möge der neue Selige der Diözese Münster Ermutigung schenken, sein reiches und immer zeitgemäßes Erbe wach zu halten und für die Menschen von heute fruchtbar zu machen."

Vom Seligen lernen

Nach der Seligsprechung verkündete Papst Benedikt XVI. in seinem Angelus-Gebet, zu dem sich mehr als 25.000 Gläubige auf dem Petersplatz versammelt hatten, unter großem Jubel der Pilger aus dem Bistum Münster der ganzen Welt den neuen Seligen: "Das Motto des neuen Seligen lautete 'Nec laudibus, nec timore' (Weder Lob noch Furcht). Dieses Prinzip soll auch unser Handeln zur Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen bestimmen."


Text: Johannes Bernard, Kirche+Leben
Foto: Michael Bönte, Kirche+Leben
09.10.2005

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