Bischof Genn zu Weihnachten: "In Gott ist immer Anfang"

Dass sie als Freudenboten und Hoffnungsträger die Weihnachtsbotschaft weitergeben hat Bischof Dr. Felix Genn den Gläubigen im St.-Paulus-Dom Münster und darüber hinaus gewünscht. In seiner Weihnachtspredigt sprach Genn sinnbildlich von Trümmern und Baustellen im Leben von Menschen, aus denen Gott durch seine Menschwerdung an Weihnachten ein stabiles Fundament errichte.

Trümmer und Baustellen gebe es in diesem Jahr angesichts der Corona-Pandemie mehr als sonst und dabei weltweit oft dramatischer als in Deutschland. In jedem menschlichen Leben sei „manches nicht gut, nicht ganz verheilt oder erneuert.“ Deshalb strecke sich der Mensch aus mit seiner Sehnsucht, dass es doch Heil, Frieden, Ganzheit, Jubel über Erlösung geben könne. „Genau in diese Sehnsucht hinein verkündet uns Weihnachten: Nicht im kleinen, unscheinbaren Virus, sondern im kleinen Kind in der Krippe erscheint die ewige Liebe und Wahrheit Gottes“, sagte Genn, „alle, die ihn aufnehmen, bekommen Macht, wie Kinder zu vertrauen, sich auf die Botschaft dieses Kindes zu stützen und gerade darin nicht verloren zu gehen.“ In der Berührung mit Jesus hatten die Menschen gespürt, „dass Gott in diesem Menschen einen Anfang gesetzt hat, dass in ihm Gott sich ausgesprochen hat als derjenige, der fähig ist, mit seiner ganzen gnadenvollen Liebe den Menschen bis in sein Letztes hinein zu berühren, ihm von dort her Energie und Kraft zukommen zu lassen und viele Trümmer aufzubauen, die Hoffnung zu verbreiten, alle Mächte des Bösen anzugehen und Frieden zu stiften.“

An Weihnachten feiere man, „dass Gott in seiner Größe nicht eingegrenzt werden kann, sondern unermesslich bleibt und zugleich fähig ist, sich in das Geringste hineinzubegeben, um von ihm eingeschlossen zu werden.“ Genn betonte weiter: „Das schenkt Weite. Das gibt Hoffnung, das lässt atmen, das ist Gottes Vernünftigkeit.“

„Dass im Anfang das Wort war, bedeutet, dass in Gott immer Anfang ist“, sagte der Bischof.  Leben werde verwandelt, aus Trümmern mache Gott ein stabiles Fundament, aus dem Kind in der Krippe werde „der Eckstein der Menschheit, der Welt.“

„Ich wünsche Ihnen, dass Sie als Freudenbote auftreten, weil Sie mehr Hoffnungsträger als Bedenkenträger sind, weil Sie gegen alle Ängste querdenken in Richtung Hoffnung, weil Sie wirkliche Querdenker sind, die vernünftig denken und handeln, weil Sie gegen die Pandemie, Einsamkeit und Resignation den Impfstoff Zuversicht schenken, die von einem Gott her kommt, der sich nicht vom Größten begrenzen und nicht vom Kleinsten einschließen lässt, sondern gerade in seinem Mensch-Werden und Mensch-Sein den Enden der Erde eine heilende Kraft der Hoffnung zukommen lässt“, sagte Genn. Und er ermutigte die Zuhörer abschließend: „Versuchen Sie es doch einmal mit diesem Gott. Lassen Sie Ihn in Ihrem Leben Gestalt annehmen. Geben Sie Ihm die Chance, in all den Trümmern, die Sie auch in der Kirche sehen, das in Ihrem Leben aufzubauen, was sich heilend und tröstend auswirken kann.“


Text: Anke Lucht, Bischöfliche Pressestelle
Foto: Michael Bönte, Kirche+Leben

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