Paulus und seine Christusbotschaft

Menschen mit einer eindeutigen Botschaft kommen an. Nicht nur in der Werbung, auch in der Politik und in der Kirche. Wer sich eindeutig positioniert und erklärt, bei dem weiß jeder, woran er ist. Auch wenn mancher dadurch aneckt, zählt doch für viele Menschen die Eindeutigkeit und Verbindlichkeit solcher Klarheit. Ein solcher Mann ist Paulus, für den Papst Benedikt XVI. ab Sonntag ein "Paulus-Jahr" ausgerufen hat. Vor ungefähr 2000 Jahren wurde er geboren. Unermüdlich hat er die Botschaft des Evangeliums verkündigt und deutliche Positionen bezogen. Ein Kernwort seiner Predigt und seines Lebens ist so kantig wie herausfordernd. Es lautet: "Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen." (Phil 3,20) Oder noch stärker: "Ich bin mit Christus gekreuzigt worden. Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir." (Gal 2,19b-20). Immer wieder und in unzähligen Facetten verkündigt Paulus Jesus Christus und dessen Geheimnis. Von ihm her versteht er alles. Das ist seine Botschaft, die er den Gemeinden sagt, die er ihnen ins Stammbuch schreibt und schöpferisch auslegt. Die Weite seines Missionsplans und die Fürsorge für die Christen steht unter diesem Leitwort: `Christus will ich verkünden. Er soll mich prägen.´ Paulus übersetzt das Leben, Sterben und die Auferstehung Jesu in immer neuen Anläufen in konkrete Geschichte. Die Bedeutung Jesu überragt alles. Zu ihm sollen alle Menschen gelangen.

In seinem Brief an die Philipper (vgl. Phil 2,5-11) schreibt er einen der frühen feierlichen Gesänge der Kirche nieder. Dort zeigt sich faszinierend einfach und eingängig, um welche Botschaft es Paulus geht, wenn er Jesus Christus in die Mitte stellt.

Zuerst spricht Paulus davon, dass Jesus Gott ist und in allem zu Gott gehört. Was hat uns Jesus gebracht? Die Antwort des Paulus auf diese Frage ist einfach und einleuchtend. Jesus hat uns Gott gebracht. Jesus Christus ist Gott. Zugleich aber ist er Mensch, so wie wir alle Menschen sind. Allerdings ist Jesus ohne Sünde. Nichts trennt ihn von Gott. Schließlich öffnet Paulus den Blick auf die Zukunft und beschreibt die Bedeutung Jesu für die Welt und den Kosmos. Er ist die Mitte und die Klammer von allem, so dass, "alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr – zur Ehre Gottes, des Vaters", so heißt es in einem wunderbaren Gebet. (Phil 2,10f).

Die Botschaft des Paulus ist klar und sperrig. Sie fordert heraus und ist ein öffentliches Bekenntnis. Bei Paulus wissen wir: Es geht den Christen in allem um Jesus Christus. In Jesus, der Mensch ist, ist Gott selbst bei uns.

Bei Paulus ist diese Erkenntnis so stark und prägend, dass er großes Heimweh hat. Er möchte am liebsten aufbrechen, um für immer bei Christus zu sein. So schreibt er in einer Zeit großer Bedrängnis. Und schließlich bittet er alle Glaubenden, so zu leben "wie es dem Evangelium Christi entspricht" (Phil 1,27).

Paulus ist ein Mann klarer Worte und klarer Konturen. Ich habe schon lange den Eindruck, dass heute viele nach Menschen mit verlässlichen und klaren Botschaften suchen, die ohne Eigensucht und Profit Leben ermöglichen. Paulus tut das, indem er unermüdlich Christus verkündet.

Er setzt sich dabei so ein, dass er immer wieder in große Konflikte gerät und leidet. So spröde und karg seine Botschaft im Kern ist, so aufrüttelnd und provozierend ist sie. Damit erregt er Anstoß, scheut sich aber nicht, die Konsequenzen zu tragen. Er nimmt dies alles auf sich, um zu bezeugen, was er erkannt hat. Der unbekannte Gott hat den Menschen in Jesus Christus sein Gesicht gezeigt.


Text: Franz-Josef Overbeck
Foto: Markus Nolte, Kirche+Leben
25.06.2008

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