Paulus-Jahr: Paulus und seine Bekehrung

Hoffnungen und Erwartungen gehören zum Leben. Manche erfüllen sich, manche werden enttäuscht. Ein Mann voll von Hoffnungen und Erwartungen ist der heilige Paulus. Erzogen in einer streng gläubigen jüdischen Familie wartet er vor fast 2000 Jahren darauf, dass sich die Hoffnungen und Erwartungen des Volkes Israel erfüllen und endlich der ersehnte Messias kommt, um Recht, Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen. Paulus wird zu einem der ganz besonders Treuen, die das Gesetz Gottes halten. Er schließt sich der Gruppe der Pharisäer an. In Lebenspraxis und Mission lebt er streng nach den Geboten Gottes. Bei den Menschen ist er deswegen hoch geachtet. Jeden Kompromiss lehnt er ab. So verfolgt er auch mit Härte die junge Christengemeinde, sieht er bei ihnen doch die geheiligten Traditionen, den Tempeldienst und den exklusiven Anspruch des Volkes Israel, in Frage gestellt.

Die Bibel berichtet im Verlauf ihrer Erzählung über die junge Kirche von der erstaunlichen Bekehrung des Paulus. Die Apostelgeschichte schreibt, dass ihm vor Damaskus, der heutigen Hauptstadt Syriens, Jesus Christus erscheint und fragt: "Warum verfolgst du mich?" (Apg 9,4) Für Paulus wird die große Kehre und Wende seines Lebens eingeläutet. Mit der Hilfe anderer Christen in Damaskus erkennt er, was ihm widerfahren ist. Paulus bekehrt sich zu Jesus Christus. In Damaskus geraten alle in große Aufregung, da sie gegenüber dem Christenverfolger skeptisch bleiben und der Wandlung des Paulus nicht trauen wollen (vgl. Apg 9,21f).

Paulus selbst erzählt auffallend wenig von seiner Bekehrung. Es scheint so, als wolle er nicht ablenken von dem, was ihm wesentlich und wichtig geworden ist. Ich ließ mich um alles bringen, weil ich von Jesus Christus ergriffen bin, sagt er (vgl. Phil 3,14). Später formuliert er noch radikaler: "Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen" (Phil 3,10). Es folgen scharfe Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern, um seine Lebenswende glaubwürdig zu machen. In einem seiner Briefe erzählt er, dass es nach seiner Bekehrung lange Jahre der Klärung gebraucht hat. Erst dann beginnt er mit der Mission. Jesus Christus will er allen Menschen bringen und so bezeugen, dass sich alle seine Hoffnungen und Erwartungen erfüllt haben.

Nicht wenige sagen, dass die Christen heute einen ähnlichen Weg der Einsicht und Entscheidung gehen müssen wie Paulus damals. Christ zu sein bedeutet, seinem Leben eine besondere Richtung zu geben und alle wichtigen Hoffnungen und Erwartungen mit Jesus in Verbindung zu bringen. Der Name "Jesus" bedeutet: Gott rettet. Das erfährt Paulus. Er wird in seinen Hoffnungen und Erwartungen bei Jesus nicht enttäuscht. Diese Erfahrung und dieses Wissen seines Glaubens gibt er mit Kraft und aus Überzeugung den Menschen weiter. Alles hat dabei das Ziel, aus der innigen Verbindung mit Jesus Christus zu leben. Aus dieser Dynamik leben die Christen bis heute.

Jesus und sein Evangelium sind und bleiben das Fundament für ein christliches Leben im Alltag. Genau darin liegt auch der Kern der Bekehrung des Paulus. Viele denken bei Bekehrung einzig an die Dramatik eines einmaligen Geschehens. So ist es nicht. Paulus hat erfahren, dass seine Bekehrung der Anfang eines ganz neuen Lebens ist. Deshalb geht es ihm seit Damaskus um Jesus und sein Evangelium. Das ist die Mitte seiner Bekehrung, die seinen neuen Lebensweg von nun an prägt.


Text: Franz-Josef Overbeck
Foto: Markus Nolte, www.kirche-und-leben.de
24.06.2008

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