Auf den Spuren des Apostels Paulus auf Malta

In der Paulus-Grotte unter der Pfarrkirche St. Paul in Rabat soll Paulus nach seinem Schiffbruch eine Zeit lang gefangen gehalten worden sein.
Paulus-Grotte unter der Pfarrkirche St. Paul in Rabat.

Die Malteser nennen ihn "Vater": Der heilige Paulus ist Schutzpatron der Insel Malta. Drei Monate soll der Apostel nach einem Schiffbruch im Jahr 60 nach Christus auf der kleinen Mittelmeerinsel verbracht haben. In dieser Zeit soll er dort den christlichen Glauben verbreitet haben. Noch heute sind 97 Prozent der maltesischen Bevölkerung römisch-katholisch. Auf den 316 Quadratkilometern der Insel soll es 365 Kirchen und Kapellen geben. Auf die Gewissheit, vom heiligen Paulus selbst christianisiert worden zu sein, sind die Malteser besonders stolz.

"Die Malteser fühlen, dass Paulus zu ihnen gehört", sagt Mariella Buhagiar Bose. Im Auftrag der MTA, des maltesischen Fremdenverkehrsbüros, führt sie Touristen über die Insel. Auch die Stätten der Paulusverehrung gehören zum Programm. Der Völkerapostel zählt zu den wichtigsten Heiligen auf Malta. Zahlreiche Kirchen, Denkmäler und bildliche Darstellungen sowie kirchliche und volkstümliche Feste zeugen von seiner Verehrung. Und von seinem Schiffbruch vor der kleinen Mittelmeerinsel, von dem die Apostelgeschichte (Apg 27,27-28,10) berichtet.

Gestrandet im Mittelmeer

Darin heißt es, dass Paulus und einige andere Gefangene mit einem Schiff von Palästina nach Rom unterwegs waren. Hinter Kreta gerieten sie in einen schweren Sturm und trieben zwei Wochen lang steuerlos im Wasser, bevor das Schiff in einer kleinen Bucht strandete. Zwar ist unter Forschern umstritten, dass es sich dabei um die Mittelmeerinsel Malta handelte, doch in der Apostelgeschichte heißt es dazu: "Als wir gerettet waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta heißt."

Um Paulus' Aufenthalt auf der Insel ranken sich viele Wundererzählungen. So soll sich eine giftige Schlange, die aus einem Feuer herauskam, an seiner Hand festgebissen haben. Die Einheimischen rechneten fest mit Paulus' Tod, doch die Schlange konnte ihm nichts anhaben. Im Haus des römischen Statthalters Publius, wo Paulus und seine Gefährten zu Gast waren, heilte der Apostel dessen kranken Vater. Daraufhin kamen andere Kranken von der Insel und konnten ebenfalls geheilt werden. Publius, so berichtet die Legende, ließ sich später taufen und wurde erster Bischof von Malta.

Spuren des Heiligen

Diese Geschichten haben sich auch in der Darstellung des Heiligen auf Malta niedergeschlagen. Neben den typischen Attributen Buch und Schwert zeigen viele Paulus-Statuen und -Bilder das Schlangenwunder. Die Stationen seines Aufenthalts auf der Insel sind beliebte Besichtigungspunkte: Am Ort des Schiffbruchs, der St.-Pauls-Bucht, erinnert eine zwölf Meter hohe Statue des Paulus an das Geschehen. In der Nähe der Küste befindet sich die Apostelquelle, die Paulus durch eine Berührung des Felsens entspringen ließ. Die Kathedrale von Mdina, die dem heiligen Paulus gewidmet ist, soll an der Stelle erbaut worden sein, wo das Haus des Publius stand.

Zentrum der Paulus-Verehrung auf Malta ist die Pfarrkirche von Rabat, einem Vorort von Maltas ehemaliger Hauptstadt Mdina. Auf einer Säule neben der St.-Pauls-Kirche (St. Paul's Church) steht in mehreren Sprachen ein Auszug aus der biblischen Apostelgeschichte, die vom Schiffbruch berichtet. Unter der Kirche befindet sich eine Grotte, in der Paulus nach seinem Schiffbruch eine Zeit lang gefangen gehalten worden sein soll. Während seines Malta-Besuchs im Jahr 1990 hat auch der damalige Papst Johannes Paul II. diese Stätte besucht.

Feiern zu Ehren des Völkerapostels

"Es gibt eine große Heiligenverehrung im Land", erklärt Mariella Buhagiar Bose. Besonders die so genannten Festas, mehrtägige Heiligenfeste mit Gebeten, Gottesdiensten, Blasmusik, geselligem Beisammensein und einem großen Feuerwerk, sind tief in der Tradition der Pfarrgemeinden verankert. Auch "ihren" Apostel Paulus feiern die Malteser - und das gleich zu mehreren Anlässen. Neben dem Fest der Apostel Peter und Paul am 29. Juni wird am 25. Januar an die Bekehrung des Paulus und am 10. Februar an seinen Schiffbruch vor der Insel erinnert.

Text / Foto: Almud Schricke, Kirche+Leben
25.06.2010

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