Weihbischof Zekorn: „Neue Erfahrungen durch einen Perspektivenwechsel“

Auch wenn sich an der Gesamtsituation nichts geändert hat: durch einen Perspektivenwechsel können neue Dimensionen sichtbar werden, die vorher nicht zu sehen waren. Das erklärte am Ostermontag Weihbischof Dr. Stefan Zekorn im St.-Paulus-Dom in Münster. Dort feierte er, zwar vor leeren Kirchenbänken, dafür aber per Live-Übertragung mit einer Online-Gemeinde, den österlichen Gottesdienst.

In seiner Predigt erinnerte der Weihbischof an die im Evangelium beschriebenen Erfahrungen der Jünger auf dem Weg nach Emmaus. „Die Jünger auf dem Weg sind erschüttert und gleichzeitig gefangen von dem, was sie gesehen und erlebt haben. Sie gehen das Geschehene durch, vorwärts und rückwärts, weil sie einfach nicht mehr den Durchblick haben. Wer soll das auch verstehen - dieses unglaubliche Geschehen um Jesus von Nazareth, der Prophet und Gottessohn war und wie ein Verbrecher endete?“, erklärte Zekorn. Jesus habe sie jedoch an die Deutung des Geschehens herangeführt. „Und dann mit einem Mal, beim Brotbrechen, da bekommen sie den Durchblick: Sie erkennen Jesus und sie verstehen, dass er leiden, sterben und auferstehen musste, um die Menschen aus der Verstrickung in ihr Ego und ihre Sünden zu erlösen.“ Mit einem Mal, sagte der Weihbischof, sei die neue Perspektive dagewesen, bei den Jüngern habe es „Klick“ gemacht. Dieser „Klick“ halle von da an durch das Neue Testament: „Immer wieder lernen die Jünger den Perspektivenwechsel des Evangeliums, den Jesus schon gepredigt, den sie aber noch nicht verstanden hatten. Sie lernen, die Welt mit Gottes Augen zu sehen, und bekommen allmählich einen Blick für diese vordergründig nicht wahrnehmbare Tiefendimension der Welt.“

Zekorn schlug den Bogen in die heutige Zeit und verwies unter anderem auf die Corona-Krise: „Die Ansammlung von ein paar Molekülen in einem neuen Virus legt die ganze Welt lahm. Bringt das nicht einen radikalen Perspektivenwechsel mit sich, weil uns dies deutlich vor Augen führt, dass wir die Welt nicht völlig in der Hand haben und entsprechend vorsichtig mit ihr umgehen müssen?“, fragte er. Auch mit Blick auf die Schöpfungsbewahrung sei ein Perspektivenwechsel notwendig.

Einen solchen Wechsel könne das Osterfest ermöglichen, über die Zeit der Krise hinaus, sagte der Weihbischof: „Dass wir nicht wieder zurückfallen in ein ,Immer-mehr-haben-und-erleben-Müssen‘, sondern die Freiheit der Unverzwecktheit und die Freude an Ruhe und alltäglicher Gemeinschaft genießen“. Wie schon bei den Emmaus-Jüngern gelte auch für uns, dass ein Perspektivenwechsel zu neuen Erfahrungen führen könne.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Foto: Achim Pohl, Bischöfliche Pressestelle
13.04.2020

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