Vorfreude auf den Dienst: Jan Tasler wird Priester

Im St.-Paulus-Dom Münster wird Jan Tasler am 31. Mai zum Priester geweiht.

Im St.-Paulus-Dom Münster wird Jan Tasler am 31. Mai zum Priester geweiht.

Menschen zu dienen: Das klingt nach Pflichten, nach Unterordnung und viel Arbeit. Jan Tasler aber fiebert seinem persönlichen Dienst voller Vorfreude entgegen: „Ich bin froh, endlich die Priesterweihe zu empfangen und meinen Dienst zu beginnen“, sagt er. Am Pfingstsonntag, 31. Mai, wird Bischof Dr. Felix Genn den 26-Jährigen sowie den 27-jährigen Nottulner Fabian Guhr im St.-Paulus-Dom Münster zum Priester weihen.

Der Weg dorthin zeichnete sich bei dem gebürtigen Coesfelder nach seiner Firmung ab: „Als ich danach selbst Firmkatechet wurde, spürte ich, dass das gemeinsame Unterwegssein in der Kirche mir in meinem Leben am meisten gibt.“ Zunächst zog Tasler allerdings den Beruf des Pastoralreferenten in Erwägung. „Erst nach und nach wurde mir deutlicher, dass meine Berufung mein ganzes Leben prägen soll“, beschreibt er. Unmittelbar nach dem Abitur zog er in das Priesterseminar Borromaeum in Münster ein.

Familie und Freunde reagierten „mit Skepsis und vielen Fragen, aber immer konstruktiv. Besonders für meine Familie war das wie für mich ein Weg, den sie erst gehen mussten“, sagt Tasler, der drei jüngere Brüder und eine jüngere Pflegeschwester hat.

Auf seinem eigenen Weg – in der Ausbildung – sei der Wunsch, „mit anderen als Kirche unterwegs zu sein“, konstant geblieben. Das Bild von Kirche aber habe sich gewandelt. „Da bin ich auch durch dunkle Phasen gegangen“, gibt der 26-Jährige zu. Ein Freisemester in Rom habe ihm eine neue Vorstellung von Weltkirche vermittelt: „Im Kontakt mit Katholiken anderer Länder lernt man andere Bilder von Kirche kennen und ahnt, woran vieles bei uns hakt.“ Zurück in Deutschland lebte er in einer Wohngemeinschaft. „Sich dann wieder in die Struktur des Priesterseminars einzufügen kostete Kraft, aber die Gemeinschaft war bestärkend“, sagt er.

Im April 2019 wurde Tasler zum Diakon geweiht. Das Jahr davor und danach arbeitete er in der Pfarrei St. Gertrud Lohne im niedersächsischen Teil des Bistums Münster. Dort traf er wieder ein andere Kirche an: „Aber überall sind Menschen unterwegs, und darauf möchte ich mich einlassen und begleiten, was in den jeweiligen Gemeinden gerade dran ist.“

Nach der Diakonweihe tat er das zusätzlich bei Taufen und Beerdigungen, lernte so viele neue Menschen kennen. „Es hat mich sehr berührt, wie viel Vertrauen und Offenheit mir Trauernde entgegenbrachten und wie viel Anteil an ihrem Leben mit den Verstorbenen sie mir gaben“, sagt er. Die Taufen hätten viel Freude gemacht; einmal habe er sogar einen ehemaligen Schüler, den er während seiner Ausbildung in Religion unterrichtet hatte, taufen dürfen.

Im Umfeld der Sakramentenspendung habe er erfahren, dass „diese besonderen Zeichen als etwas Gutes und Wohltuendes wahrgenommen werden. Viele Menschen sind da sehr feinfühlig, auch solche, die keine regelmäßigen Kirchgänger oder in der Pfarrei aktiv sind.“

Besonders gern hat Jan Tasler in Lohne Jugendarbeit gestaltet: „Es ist großartig, mit wie viel Engagement und Energie Jugendliche und junge Erwachsene Verantwortung übernehmen. Ich denke, dass diese Gruppe ein gutes Gespür hat, was unsere Kirche braucht und wo sie wachsen kann.“ Das sei ihm besonders unter dem Einfluss der Corona-Pandemie bewusst geworden.

Apropos Corona: Die Pandemie beeinflusst natürlich auch die Priesterweihe. Tasler bedauert, dass er sie und seine Primiz – die erste Messe als Priester – nicht mit allen Wegbegleitern feiern kann. „Glücklicherweise kann ich im Sommer einige Wochen nach Lohne zurückkehren, sodass sich vielleicht Gelegenheiten zur Begegnung und zum Abschiednehmen ergeben“, sagt er.

Vor allem aber freut er sich auf seinen Dienst: „.Denn letztlich geht es bei einer Priesterweihe genau darum: Sich von Gott für die Kirche in den Dienst nehmen zu lassen.“ Gerade die vergangenen Wochen hätten ihm noch zusätzlich Lust gemacht, „neue Ideen zu entwickeln, mit der derzeitigen Situation umzugehen, und kreative Ansätze zu erarbeiten.“

Insofern ist die Priesterweihe für Tasler Meilenstein statt Endstation: „Mit der Weihe bin ich nicht am Ziel, sondern weiter mit anderen Gläubigen in der Kirche unterwegs, weder stärker noch gläubiger als sie, sondern eben in meiner Rolle als Priester.“ Diese Rolle sieht er als die eines Wegbegleiters: „Gerade in dieser schwierigen Situation Begleiter zu sein, getaufte Christinnen und Christen zu unterstützen, selbst Ideen einzubringen und Kirche mitzugestalten, und so gut ich kann dabei Hilfestellung zu geben, ist mein Wunsch für die kommenden Jahre.“ Dafür habe er „viele bestärkende Erfahrungen gemacht und bin mit viel Vertrauen und Interesse beschenkt worden. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass ich meinen Weg gut weitergehen kann.“

Text/Foto: Anke Lucht, Bischöfliche Pressestelle
25.05.2020

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