Stefan Rosenbaum wird am Pfingstsonntag zum Priester geweiht

Stefan Rosenbaum.

Stefan Rosenbaum.

„Gott kann man im Alltag erfahren und erleben.“ Dessen ist sich Stefan Rosenbaum absolut sicher. Und darum hat er sich auf den Weg gemacht. Einen Weg, der am Pfingstsonntag, 9. Juni 2019, in der Priesterweihe durch Bischof Dr. Felix Genn mündet. „Dabei ging es nicht immer geradeaus, aber doch mit einem roten Faden. Und so, wie es jetzt ist, fühlt es sich gut an“, sagt der 38-Jährige.

Mit 18 Jahren empfing der gebürtige Marler das erste Mal das Sakrament der Versöhnung. „Das war für mich unglaublich befreiend und erlösend. Ich spürte, dass es diesen Gott wirklich gibt. Es war der Beginn einer Beziehung zu ihm“, erzählt Rosenbaum. Ohne genau zu wissen, in welche Richtung es gehen sollte, startete er sein Theologie-Studium in Münster, lernte die Gemeindearbeit kennen und gründete vor 16 Jahren gemeinsam mit Weihbischof Dr. Christoph Hegge die Weggemeinschaft für Studierende. „Wir haben uns zwei Mal im Monat getroffen. Ich habe gemerkt, wie wichtig die Gemeinschaft für meine individuelle Beziehung zu Gott ist und wie ich sein Wort im Alltag mit anderen leben kann“, berichtet er.

Ein besonderes Anliegen ist es ihm, auf die Menschen am Rand zuzugehen. Gern erinnert er sich an die erste offene Weihnachtsfeier am Heiligen Abend in St. Martini. „Dort habe ich gespürt, dass ich etwas tun muss. Ich habe tolle Momente mit den Gästen erlebt. Das war für mich Weihnachten“, erzählt er. Er habe gemerkt, wie wichtig es ihm sei, Christus im anderen zu entdecken. „Das ist nicht immer einfach. Aber mich an andere zu verschenkten, erfüllt mich innerlich mit Freude“, ist ihm deutlich geworden.

Inzwischen hatte Rosenbaum nach dem Theologie-Studium die Ausbildung zum Pastoralreferenten begonnen. Doch die Unruhe war weiter in ihm. „Ich glaube, ich habe immer gespürt, dass ich Priester werden will. Aber ich habe es wohl verdrängt“, gibt er lächelnd zu. Denn nach einem intensiven Gespräch mit dem Regens des bischöflichen Priesterseminars, Hartmut Niehues, und dem Einzug ins Borromäeum, stand für ihn fest: Er geht diesen Weg. „Ich bin dankbar, und es ist ein Geschenk, sich darauf einzulassen“, freut sich Rosenbaum über die Klarheit, die diese Entscheidung für ihn gebracht hat. „Ich bin bereit, mein Leben ganz in Gottes Hände zu legen.“

Das Gemeindejahr und die Zeit als Diakon in der Coesfelder Pfarrei Anna Katharina haben ihn noch einmal bestärkt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Denn er hat viele verschiedene Felder der Seelsorge kennengelernt. Von der Taufe über Beerdigungen bis hin zur Begleitung von Eltern, die ihr Kind verloren haben. „Ich durfte Schwester Paula Wessels mehrfach zu einem Gesprächskreis begleiten. Es war sehr bewegend und hat mir abermals aufgezeigt, wie sensibel man als Seelsorger sein muss. Das nehme ich als ein Highlight meiner Ausbildung mit“, sagt Rosenbaum.

Zwei Aspekte sind dem 38-Jährigen in der Zukunft wichtig. Weiterhin möchte er mit der gleichen Freude und Offenheit den Menschen am Rand begegnen. „Ich will sie im Blick behalten. Denn am Rand begegnen wir Gott“, ist er sicher. Ebenso möchte er in seinem Leben eine gemeinschaftliche Spiritualität leben. „Das ‚Wir‘ spielt eine große Rolle. Die Sakramente sind kein Selbstzweck, sondern führen zu einem gelebten ‚Wir‘. Sie sind die Quelle, die mich bewegt, nach draußen zu gehen.“

Die Feier der Priesterweihe wird auch als Live-Videostream ins Internet übertragen. Dieser Fernsehgottesdienst ist am Sonntag, 9. Juni, ab 14.30 Uhr zu sehen auf den Internetseiten www.paulusdom.de, www.bistum-muenster.de, www.kirche-und-leben.de, www.katholisch.de und www.bibeltv.de/livestreams.

Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
27.05.2019

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