Ökumenischer Pfingstmontag auf dem Domplatz

Domplatz: Rund 1500 Besucher kamen zum Ökumenischen Pfingstmontag auf den Domplatz.

Domplatz: Rund 1500 Besucher kamen zum Ökumenischen Pfingstmontag auf den Domplatz.

Die direkte Begegnung stand im Mittelpunkt des elften Ökumenischen Pfingstmontag der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Münster. Im digitalen Zeitalter sollte das analoge Miteinander nicht abgeschaltet werden, unterstrich Annethres Schweder, Vorsitzende der ACK Münster, zu Beginn des Festgottesdienstes auf dem Domplatz. Rund 1500 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um an dem ökumenischen Fest unter dem Leitwort „Jeder hörte sie in seiner Sprache reden“ teilzunehmen. Schweder drückte mit Blick auf den Kirchenstreit zwischen der Ukraine und Russland und dem anwesenden orthodoxen Erzpriester Radu Constantin Miron die Hoffnung aus, dass die Herzen der orthodoxen Kirchenleitungen sich versöhnen mögen: „Wir fühlen uns mit der orthodoxen Kirche besonders verbunden.“

Bei strahlendem Sonnenschein feierten Miron, Vorsitzender der ACK in Deutschland, der stellvertretende katholische Stadtdechant, Pfarrer André Sühling, und der evangelische Superintendent Ulf Schlien, den Gottesdienst. Miron, erster orthodoxer Christ in diesem Amt, nahm vor dem Hintergrund des Leitworts in seiner Predigt den Beginn des Johannes-Evangeliums in den Blick: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ Der Erzpriester wunderte sich: „Warum sind wir uns nicht einig, wohin dieser Text unseres Glaubensschatzes gehört – zu Ostern oder zu Weihnachten?“, fragte er. Der biblische Text werde mit den Ohren und Augen der eigenen Konfession aufgenommen, so seine Erkenntnis. „Es ist, wenn wir die Bibel lesen, alles wie gehabt – in unserer Sprache“, stellte er fest und überlegte, ob es eigentlich eine gemeinsame Sprache aller Christen gibt. „Die Brille des anderen aufsetzen – vielleicht ist das die wahre Ökumene“, mutmaßte er.

Auf der Suche nach der Bedeutung von „Logos“ (Wort, Vernunft, Sinn) zog Miron vor, sie aus seiner rumänischen Muttersprache abzuleiten. Danach geht es um das Konvenieren, das Zusammenkommen. Er forderte auf: „Mach’s wie Gott. Rede jeden so an, dass er die Botschaft in seiner Sprache hört.“

Die Musik als Sprache traf beim Ökumenischen Pfingstmontag den richtigen Nerv: die christliche Pop- und Gospelsängerin Geraldine Latty aus London ebenso wie ein Projektchor unter Leitung der Regionalkantorin Jutta Bitsch und die Posaunenchöre des Evangelischen Kirchenkreises unter der Leitung von Ulrich Dieckmann. Sie alle hauchten dem Leitmotiv im Gottesdienst Leben ein. Danach standen an 16 Ständen des Ökumenischen Marktes Ansprechpartner für Gespräche bereit. Ob die ACK, die Telefonseelsorge, die Fairhandelsgruppe, die  Alt-Katholische Pfarrgemeinde, der Christlich-Islamische Arbeitskreis oder eine „Bude zum Kirchentag Dortmund“, der vom 19. bis 23. Juni stattfindet. Sie alle stellten sich und ihre Projekte vor.

Über das große Interesse an seiner Kunstaktion im Paradies des Doms freute sich Pfarrer Thomas Schulz. Er zeichnete die Umrisse von Menschen auf eine 20 Quadratmeter große Leinwand, um ihre Vielfalt zu vergegenwärtigen. „Ich finde es wichtig mitzumachen“, sagte Susanne Hoffmann aus Münster. Die Menschen seien zwar alle Individuen, hätten aber eine gemeinsame Kraft. Maria Picker aus Ennigerloh ließ sich zeichnen, um mutiger zu werden und zu signalisieren, sich mit ihren Talenten mehr in den Vordergrund stellen zu wollen. „Mir liegt das Wort nicht so“, gab die Münsteranerin Barbara Deters zu, „dies hier ist eine andere Kommunikationsart und es hat viel Symbolkraft.“

Beim späteren Bühnenprogramm vor der Kirche trat noch einmal Geraldine Latty auf, begleitet von der Musicaltanzschule „Dance a story“ aus Münster. Gleichzeitig fand ein Podiumsgespräch zum Thema „Ökumenische Perspektiven nach dem Jahr 2017“ statt. Eine Vesper im St.-Paulus-Dom beendete den Tag.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Foto: Sebastian Reimann
11.06.2019

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