Geistlicher Themenabend mit Landesrabbiner Dr. Moshe Navon

Im Dialog trugen Moshe Navon (rechts) und Hans-Bernd Köppen die Gedanken des Landesrabbiners vor.

Im Dialog trugen Moshe Navon (rechts) und Hans-Bernd Köppen die Gedanken des Landesrabbiners vor.

Viele Wurzeln des Christentum liegen im Judentum. Dass diese enge Verbundenheit auch im wichtigsten christlichen Gebet – dem Vaterunser – deutlich wird, hat am Mittwoch (03.04.2019) Dr. Moshe Navon, Landesrabbiner der Liberalen Jüdischen Gemeinde von Hamburg, im St.-Paulus-Dom Münster dargelegt. Navon gestaltete dort unter dem Titel „Geheiligt werde dein Name“ den vierten der Geistlichen Themenabende in der Fastenzeit. Das Vaterunser ist diesmal Oberthema der alljährlichen Vortragsreihe im Dom.

Der Gedanke eines christlich-jüdischen Dialogs spiegelte sich in der Art des Vortrags wider. Der Rabbiner führte seine Gedanken teilweise im Wechsel mit Dompfarrer Hans-Bernd Köppen aus. Er stellte das Judentum als Religion dar, in der der Verehrung des Namens Gottes besondere Bedeutung zukommt. In den zehn Geboten würden die Juden nicht nur gewarnt, den göttlichen Namen – den Navon in seinem Vortrag mit JHWH abkürzte, da das Judentum eine Aussprache des Namens nicht erlaubt – unwürdig auszusprechen. Vielmehr ermahnten die Gebote, „das ganze Leben hindurch diesen Namen in Würde zu tragen, diesen Namen durch Taten und Leben zu heiligen.“

Navon führte weiter aus: „Der persönliche Name Gottes ist der wichtigste Hinweis auf die jüdische Tradition, die uns unmittelbar mit Gott verbindet.“ Im Dialog mit Köppen trug der Rabbiner zum einen einige der Zehn Gebote vor und setzte sie ins Verhältnis zum Vater unser und zum Schma Israel, ein Glaubensbekenntnis des Judentums. Zum anderen stellte er einige Bitten aus dem Vaterunser den Bitten aus der Amida und dem Kaddisch, zentralen jüdischen Gebeten, gegenüber. „Unsere Hauptgebete sprechen seit 2000 Jahren miteinander“, stellte der Referent fest.

Zum Abschluss unterstrich er, dass der Frieden Gottes Wille sei. „Nur auf diese Weise können wir Gottes Namen auf Erden heiligen“, sagte Navon. Köppen dankte ihm für seinen Vortrag: „Hier ist ein feiner, liebevoller Widerhall zwischen jüdischen und christlichen Gemeinden entstanden, wenn sie den Namen Gottes heiligen.“

Die musikalische Gestaltung des Abends übernahmen Sopranistin Jutta Potthoff und Domorganist Thomas Schmitz. Sie boten Auszüge aus Peter Cornelius‘ „Vater unser“ dar.

Musikalisch klingen die Geistlichen Themenabende 2019 auch am Mittwoch, 10. April, um 19.30 Uhr aus. Dann singen die Chöre der Dommusik unter dem Obertitel „Wie im Himmel, so auf Erden“. Parallel ist eine Lichtprojektion von Katharina Veldhues und Gottfried Schumacher zu sehen. Am letzten Mittwoch in der Fastenzeit, dem 17. April, wird im Dom ebenfalls um 19.30 Uhr die Düstere Mette gefeiert.

Der Eintritt zu den Geistlichen Themenabenden ist frei. Stattdessen bittet das Domkapitel als Veranstalter um eine Spende für ein Projekt des Hilfswerks missio, das die Erstellung einer sprachlich zeitgemäßen Bibel in der dortigen heutigen Landessprache für die Seelsorge auf Madagaskar finanziert.

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Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
05.04.2019

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