Fabian Guhr und Jan Tasler zu Priestern geweiht

Über die Priesterweihe freuten sich (von links) Jan Tasler, Bischof Felix Genn und Fabian Guhr.

Über die Priesterweihe freuten sich (von links) Jan Tasler, Bischof Felix Genn und Fabian Guhr.

Zu Priestern geweiht worden sind am Pfingstsonntag, 31. Mai, im St.-Paulus-Dom Münster der 27-jährige Nottulner Fabian Guhr und der 26-jährige Coesfelder Jan Tasler. Die Weihe spendete Bischof Dr. Felix Genn in einer feierlichen Heiligen Messe.

Zwar waren wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger Besucherinnen und Besucher im Dom als bei Priesterweihen üblich. Genn betonte aber die Verbundenheit der beiden Neupriester mit ihren Familien, Freunden, ihren Herkunfts- und Ausbildungsgemeinden (Rheine und Lohne) sowie allen Wegbegleiterinnen und -begleitern. Viele von denen sowie weitere Interessierte konnten die Weihe per Live-Übertragung des Bistums Münster im Internet verfolgen.

Seine Predigt eröffnete der Bischof mit einer alltäglich wirkenden Frage, die sich auch Jesu Jünger im Vorfeld des Pfingstereignisses gestellt hätte: „Was nun, wie geht es weiter?“ Auch heute fragten sich dies viele Menschen mit Blick auf die Corona-Krise und ihre Überwindung.

„Wo der Geist des Herrn weht, ist Freiheit“, stellte der Bischof fest. Beim ersten Pfingstfest hätten sich durch das Wirken des Geistes zuvor verschlossene Türen plötzlich geöffnet, und zuvor verängstigte Frauen und Männer hätten freimütig verkündet. Jesus habe voller Freiheit den Jüngern auch die Wunden, die diese ihm zugefügt hätten, vergeben und sie mit seinem Geist angehaucht: „Das ist keine Tröpfeninfektion, das ist Geist-Inspiration.“ Damit habe er sie in seine Sendung hineingestellt. Sie hätten den Kernsatz dessen, wofür Jesus sich habe verwunden lassen, als Auftrag mitbekommen, die Vergebung der Sünden. Diese sei auch ein Kernwort in der Heiligen Messe. „Welche Freiheit ist es, wenn jemand Vergebung erfährt“, sagte Genn. In Beichtgesprächen würden die beiden Neupriester demnächst erfahren, welch eine Freiheit davon ausgehe, wenn der Geist der Versöhnung gesprochen werde.

Auf dem Weg zur Priesterweihe der Weihekandidaten „war nicht immer Freiheit, sondern auch Angst, Enge, Verkrampfung“, dazu Fragen nach der Motivation und der Zukunft der Kirche. Er selbst denke auch darüber nach, sagte Genn, in welche Kirche er die neuen Priester sende. Und doch merke er bei ihnen: „Da ist dieser Atem des Geistes, einfach weiterzugehen, vielleicht auch auf Sicht zu fahren, aber sich in diese Sendung stellen zu lassen.“ Sie hätten gespürt, dass Gott sie auf diesen Platz in den vielfältigen Diensten der Kirche hätte stellen wollen. „Das ist nicht zur Selbsterhöhung gedacht, sondern für die anderen und für uns alle, zum Aufbau all der Dienste, mit denen jeder einzelne begabt ist“, sagte der Bischof und betonte: „Aber es ist Ihr Dienst, und er ist notwendig für die Kirche.“ Er bat Guhr und Tasler und dankte ihnen zugleich für die Bereitschaft, diese Kirche mitzutragen. Abschließend wünschte er ihnen, durch Berufung auf den Geist innere Freiheit zu gewinnen.

An die Predigt schloss sich die Weihe an. Zum Zeichen ihrer Hingabe an Gott legten sich die Kandidaten nach ihrem Weiheversprechen auf den Boden. Danach legten ihnen der Bischof und einige Priester in Stille die Hände auf, bevor sie Stola und Messgewand als Zeichen ihres priesterlichen Amtes sowie Kelch und Hostienschale erhielten.

Die musikalische Gestaltung der Priesterweihe übernahmen unter Gesamtleitung von Domkapellmeister Alexander Lauer ein Vokalquartett der Dommusik, ein Streicherensemble, eine Schola des Klarissenkonvents am Dom sowie Domorganist Thomas Schmitz.

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Text: Anke Lucht, Bischöfliche Pressestelle
Foto: Achim Pohl, Bischöfliche Pressestelle
02.06.2020

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