Alexander Senk wird am Pfingstsonntag zum Priester geweiht

Alexander Senk (30) wird am Pfingstsonntag im St.-Paulus-Dom in Münster zum Priester geweiht.

Alexander Senk (30) wird am Pfingstsonntag im St.-Paulus-Dom in Münster zum Priester geweiht.

Pfingsten bedeutet Anstoß. Davon ist Alexander Senk überzeugt. „Vor 2000 Jahren hat der Heilige Geist für Dynamik und Begeisterung gesorgt, das kommende Pfingstfest ist auch für mich ein solcher Anstoß, der Dynamik und Begeisterung bereithält.“ Der 30-Jährige, der sein Diakonatsjahr in der Xantener Propsteigemeinde St. Viktor gemacht hat, wird am Pfingstsonntag, 9. Juni, von Münsters Bischof Dr. Felix Genn im St.-Paulus-Dom zum Priester geweiht.

Es war das Grundgefühl einer weltoffenen, herzlichen Kirche, das Senk in seiner Heimatpfarrei Anna Katharina in Coesfeld schon als Kind berührt hat. Aufgewachsen in einer Familie, in der Glaube und soziales Engagement eine große Rolle spielte, war er als Messdiener und Gruppenleiter aktiv, sang in den Chören der Pfarrei und lernte Orgelspielen. „Die Idee, Priester zu werden, schlummerte schon als Jugendlicher in mir“, blickt er zurück. Aus Überzeugung entschied sich Senk aber zunächst, Soziale Arbeit in Münster zu studieren. Sein Auslandssemester verbrachte er in Irland und arbeitete dort mit Wohnungslosen zusammen. „Diese Menschen hatten existenzielle Fragen, die mich sehr beschäftigt haben.“ Zurück in Münster schloss er das Studium ab, folgte seiner Berufung und zog ins Priesterseminar ein.

Mehrere Jahre sind seitdem vergangen. „Ein Weg von zehn Jahren bekommt an Pfingsten eine endgültige Zusage“, betont Senk. Seine Einsätze als Praktikant in der Pfarrei St. Marien in Friesoythe und – zunächst als pastoraler Mitarbeiter und dann als Diakon – in der Propsteigemeinde St. Viktor in Xanten haben ihn in seiner Entscheidung, Priester zu werden, bestärkt. „Es macht mich glücklich, Menschen zu begegnen, sie bei Taufen, Trauungen und auch Beerdigungen zu begleiten –– bei Wendepunkten im Leben da zu sein“, sagt der angehende Priester. „Denn das ist der Kern unseres Glaubens, der da gefragt ist“, weiß er.

Der 30-Jährige verschließt nicht die Augen vor der kirchlichen Situation und den damit verbundenen Herausforderungen. „Es ist nicht schwer zu sehen, dass das, was in den vergangenen Monaten und Jahren in der katholischen Kirche öffentlich geworden ist, weit von dem entfernt ist, was das Evangelium uns sagt“, erklärt Senk. Mit seinem zukünftigen Leben als Priester reagiert er auf die Situation – und möchte eine Richtung aufzeigen: „Ich ziehe aus dem Evangelium viel Lebensbejahendes, das möchte ich den Menschen anbieten als Richtschnur, als Hilfe für ihr Leben.“

Kraft schöpft Senk aus dem Gebet und der Musik. „Die Kirchenmusik macht einen wichtigen Teil meiner Berufung aus“, sagt der Coesfelder, der sich vor allem in seiner Heimatpfarrei in diesem Bereich engagiert hat. Auch wenn immer weniger Zeit zum Orgelspielen oder Singen im Chor bleibt, weil er meistens auf der anderen Seite – hinter dem Altar – steht, genießt Senk die Kirchenmusik bei jeder Gelegenheit: „Glaube in Tönen verfasst, ist wunderbar“, schwärmt er.

Zunehmend Gedanken macht sich Senk über den gesellschaftlichen Wandel. Immer mehr Menschen sei es gleichgültig, ob es Gott gebe oder nicht. Doch aus seiner Sicht eröffnet das auch Chancen: „Wir können dazu beitragen, dass Menschen gute Erfahrungen mit dem Glauben machen“, sagt er. Ob in der Arbeit mit jungen Menschen, über neue Projekte oder in den Sakramenten – „es ist unsere Aufgabe, Erfahrungsorte zu schaffen.“

Die Feier der Priesterweihe wird auch als Live-Videostream ins Internet übertragen. Dieser Fernsehgottesdienst ist am Sonntag, 9. Juni, ab 14.30 Uhr zu sehen auf den Internetseiten www.paulusdom.de, www.bistum-muenster.de, www.kirche-und-leben.de, www.katholisch.de und www.bibeltv.de/livestreams.

Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
03.06.2019

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