Große Namen bei den DomGedanken ab 11. August im Dom - mit Anmeldung

Auf die DomGedanken 2021 freut sich für die Veranstalter Dompropst Kurt Schulte.

Auf die DomGedanken 2021 freut sich für die Veranstalter Dompropst Kurt Schulte.

Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie werden als diktatorisch verunglimpft, Politiker höhlen demokratische Strukturen aus und driften ins Autoritäre ab: Demokratie scheint, auch für viele Deutsche und Europäer, keine wünschenswerte Regierungsform mehr zu sein. Unter dem Titel „Demokratie – ein Auslaufmodell?“ nähern sich die DomGedanken 2021 im St.-Paulus-Dom Münster dieser Problematik an. An „fünf Abenden der Hoffnung“, so der Untertitel, werden vom 11. August bis zum 8. September mittwochs ab 18.30 Uhr namhafte Referentinnen und Referenten dazu einen Abend gestalten.

Den Auftakt macht am 11. August unter dem Titel „Die Zeit ist ein Dorf. Die Angst hat das kürzeste Gesicht“ die Schriftstellerin Herta Müller. Die Berlinerin wurde 2009 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Als frühere Angehörige der deutschsprachigen Minderheit in Rumänien gehören die Demokratie und die frühere kommunistische Diktatur in Rumänien zu den Themen der 1987 nach Deutschland ausgereisten Autorin. Die 67-Jährige stellt fest, dass sowohl nach dem Untergang des Dritten Reichs als auch nach dem Ende der kommunistischen Regime des Ostblocks viele zu schnell verdrängt hätten, was das Leben in einer Diktatur bedeutet: „Wenn dieser Maßstab fehlt, verliert die Freiheit einer Demokratie ihren Wert.“
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Eine Woche später am 18. August gestaltet Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, Direktor der NRW School of Governance und Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen den Abend zum Thema „Wählen und Regieren in der Coronakratie. Politologische Beobachtungen am Krisen-Rand“. Korte ist Autor zahlreicher Bücher und wissenschaftlicher Aufsätze sowie ein Interpret zeitgenössischer politischer Vorgänge. Er wird den Einfluss der Corona-Pandemie auf Wahlentscheidungen, die Entwicklung der Rolle der Medien, die Besonderheiten des Superwahljahrs 2021 und die postpandemischen Herausforderungen für die Demokratie darstellen.
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Thema am 25. August mit Prof. Dr. Hedwig Richter aus München, Professorin für Geschichte an der Universität der Bundeswehr, ist „Demokratie – eine Fiktion? Warum sich eine Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte lohnt“. Anhand der Demokratiegeschichte erläutert die Referentin, dass demokratische Praktiken oft als „Elitenprojekt“ eher von oben verordnet als von unten eingefordert worden sind. Dabei lasse sich „Demokratiegeschichte nur als gemeinsame und transnationale Geschichte schreiben.“ Richter betont: „Der Modus der Demokratie ist die Krise, daher gehört zu ihrer Geschichte die fortdauernde Ankündigung ihres Endes.“
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Am 1. September referiert der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck über „Demokratie in Frage? Anmerkungen zur Diagnose und Therapie“. Gauck war von 2012 bis 2017 elfter deutscher Bundespräsident. Zuvor hatte der Theologe, der sich in DDR-Zeiten in der Opposition engagierte und Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstands gegen die SED-Diktatur war, unter anderem neun Jahre lang das Stasi-Unterlagen-Archiv geleitet. Thema seines Wirkens war immer die Freiheit als wahrgenommene Verantwortung. In diesem Sinne wird Gauck  beleuchten, ob die freiheitliche Demokratie – deren Siegeszug nach 1989 unaufhaltsam schien – an Strahlkraft verliert. „Mögen Ängste uns auch begleiten: Wir lassen uns das Vertrauen zu uns selbst und zu unserer Demokratie nicht nehmen“, so Gaucks Appell.
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Zum Finale der DomGedanken spricht am 8. September der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn über „Demokratie – das Fundament Europas. Anmerkungen zur Kraft freiheitlicher Staatsformen“. Der dienstälteste Außenminister in der Europäischen Union gehört seit 2004 in wechselnden Funktionen der luxemburgischen Regierung an. Als überzeugter Europäer sieht er Europa als „nach wechselvoller Geschichte heute seinen aufklärerischen demokratischen und freiheitssichernden Traditionen in besonderer Weise verpflichtet.“
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Für alle Termine der DomGedanken 2021 sind Anmeldungen hier oder bei der Domverwaltung unter Tel. 0251 / 495 6700 nötig. Ab Montag, 26. Juli, erteilt die Domverwaltung dann Zusagen mit Platzvergabe. Insgesamt sind pro Termin etwa 250 Personen zulässig.

Alle Termine überträgt das Bistum Münster auch live im Internet. Interessierte können sie unter www.bistum-muenster.de und www.paulusdom.de sowie auf der Facebook-Seite und auf dem Youtube-Kanal des Bistums Münster verfolgen.

Der Eintritt zu der Veranstaltungsreihe, die seit ihrer Premiere 2015 von Evonik Industries unterstützt wird, ist frei. Die Veranstalter bitten um Spenden, mit denen sie über Missio Aachen journalistische Ausbildung in Mali fördern möchten. In dem Krisenstaat ist unabhängiger und kritischer Journalismus dringend nötig.
 

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Mittwoch, 11. August 2021
„Die Zeit ist ein Dorf. Die Angst hat das kürzeste Gesicht“
Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin
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Mittwoch, 18. August 2021
„Wählen und Regieren in der Coronakratie. Politologische Beobachtungen am Krisen-Rand“
Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, Politikwissenschaftler
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Mittwoch, 25. August 2021
„Demokratie – eine Fiktion? Warum sich eine Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte lohnt“
Prof. Dr. Hedwig Richter, Historikerin
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Mittwoch, 1. September 2021
„Demokratie in Frage? Anmerkungen zur Diagnose und Therapie“
Joachim Gauck, Bundespräsident a. D.
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Mittwoch, 8. September 2021
„Demokratie – das Fundament Europas. Anmerkungen zur Kraft freiheitlicher Staatsformen“
Jean Asselborn, Außenminister Luxemburgs
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Text/Foto: Anke Lucht, Bischöfliche Pressestelle

Öffnungszeiten

Der Dom ist werktags von 6.30 bis 19.00 Uhr und sonntags von 6.30 bis 19.30 Uhr geöffnet.

Beichtzeiten

Die aktuellen Beichtzeiten finden Sie jeweils in der wöchentlichen Gottesdienstordnung.

Online-Spende

Wir verweisen auf das Online-Portal, welches das Bistum Münster seit 2017 nutzt. Dort finden Sie auch Informationen zu den verschiedenen Projekten und wohin die Gelder weitergeleitet werden.