Geistliche Themenabende starten mit Vortrag von Heribert Prantl

Heribert Prantl wird den ersten Geistlichen Themenabend 2021 im St.-Paulus-Dom gestalten.

Heribert Prantl wird den ersten Geistlichen Themenabend 2021 im St.-Paulus-Dom gestalten. | Foto: Jürgen Bauer

„Am Anfang war das Wort“: So beginnt das Johannesevangelium in der Bibel. Von dieser grundlegenden Bedeutung des Wortes wird auch der Journalist und Autor Heribert Prantl am Mittwoch, 24. Februar, ab 19.30 Uhr beim ersten Geistlichen Themenabend 2021 im St.-Paulus-Dom Münster ausgehen.

Prantl hat Jahrzehnte lang für die Süddeutsche Zeitung, für die er heute noch als Kolumnist und Autor tätig ist, unter anderem als Mitglied der Chefredaktion gearbeitet. Er wird einen Impuls zum Thema „Rede“ geben. Insgesamt stehen die fünf diesjährigen Geistlichen Themenabende unter dem Oberthema „In Verbindung bleiben – der Glaube hat viele Sprachen“.

Beim Auftakttermin wird Prantl die Kirche durchaus ins sprichwörtliche Gebet nehmen. Worte könnten „Trost geben und Halt, die Angst nehmen, kräftigen und stärken. Das hätten die Menschen in Corona-Zeiten so nötig.“ Die Kirche aber habe das lange nicht mal richtig versucht. „In vielen Gemeinden unternahmen Pfarrer und Ehrenamtliche alles, um Kirche nicht ausfallen, sondern anders ausfallen zu lassen“, stellt Prantl fest, „Seelsorger in den Krankenhäusern und Altenheimen arbeiteten bis zur Erschöpfung. Aber das hatte wenig Strahlkraft nach außen. Denn die öffentlichen kirchlichen Äußerungen wirkten, wenn auch tönend von Verantwortung und Nächstenliebe, doch kleinmütig, angepasst.“

Der beliebte Predigtsatz „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ gelte in Corona-Zeiten erst recht. Laut Jesus lebe der Mensch von Gottes Wort, von Wort und Berührung. Mit Blick beispielsweise auf Menschen in Altenheimen oder auf Trauernde hinterfragt Prantl, ob die Kirche diese Wahrheit ernstgenommen habe, „als zumal beim ersten Lockdown ohne viel Wimpernzucken die persönliche Begegnung vermieden wurde.“

Prantl betont: „Ritus und Liturgie der Kirche bauen auf den Glauben daran, dass Worte eine Kraft haben, die sogar Materie verwandeln kann. Das Wort hat die Kraft zur Wandlung.“ Daraus folge: „Kirche ist Kommunikation. Ohne Kommunikation gibt es keine Mission, keine Klarheit, keine Wahrheit. Die schlechte Kommunikation beim Missbrauchsskandal ist daher ein Desaster.“ Dabei gebe es mit Liebe und Tod nur zwei Themen, über die zu reden sich lohne. „Denn die Liebe ist der Einspruch und oft der einzige Trost gegen den Tod, weil in ihr die Kraft des Anfangs steckt“, sagt Prantl. Diese Gedanken wird er beim Geistlichen Themenabend vertiefen.

Da es sich bei den Geistlichen Themenabenden um Gottesdienste handelt, dürfen sie nach aktuellem Stand mit Besuchern stattfinden. Natürlich werden Domkapitel und Domverwaltung die Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregelungen sicherstellen. Außerdem müssen sich die Besucher anmelden (► zur Anmeldung).

Alternativ werden alle fünf Themenabende live im Internet übertragen. Interessierte können sie auf den Internetseiten des Bistums und des Doms sowie auf dem Facebook- und dem YouTube-Kanal des Bistums Münster verfolgen.

Nach dem Auftakttermin mit Heribert Prantl geht es am 3. März mit „Digitalität“ und dem YouTuber und Online-TV-Produzent Christoph Krachten weiter. Eine Woche später am 10. März wird zu „Tanz“ ein Ensemble der Städtischen Bühnen den Abend gestalten. Am 17. März spricht Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster, über „Bild“. Schließlich wird am 24. März die Dommusik die Kantate „Es ist das Heil uns kommen her“ von Johann Sebastian Bach spielen.

Vor Ort im Dom wird kein Eintritt zu den Geistlichen Themenabenden erhoben, aber um eine Spende gebeten. Diese sollen einem Projekt des Hilfswerks missio zugute kommen, das die mediale Glaubensverkündigung im indischen Bistum Udupi unterstützt. Spenden dafür sind auch auf das Konto der Domwaltung (IBAN: DE 72 4006 0265 0002 1004 00 BIC: GENODEM1DKM) möglich. Spendenquittungen können auf Wunsch ausgestellt werden.

► ZUR ANMELDUNG...

Text: Anke Lucht, Bischöfliche Pressestelle
Foto: Jürgen Bauer

Öffnungszeiten

Der Dom ist werktags von 6.30 bis 19.00 Uhr und sonntags von 6.30 bis 19.30 Uhr geöffnet.

Beichtzeiten

Die aktuellen Beichtzeiten finden Sie jeweils in der wöchentlichen Gottesdienstordnung.

Online-Spende

Wir verweisen auf das Online-Portal, welches das Bistum Münster seit 2017 nutzt. Dort finden Sie auch Informationen zu den verschiedenen Projekten und wohin die Gelder weitergeleitet werden.