Digitale Ausstellung zum Seminar „Die Bibel im St.-Paulus-Dom“ entsteht

Mit einem Kamerateam realisieren die Studierenden gemeinsam unter anderem mit Viktoria Weinebeck (4. von links) und Dozent Ludger Hiepel (5. von links) die digitale Ausstellung.

Mit einem Kamerateam realisieren die Studierenden gemeinsam unter anderem mit Viktoria Weinebeck (4. von links) und Dozent Ludger Hiepel (5. von links) die digitale Ausstellung.

Ein Semester lang beschäftigen sich Studierende an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) mit besonderen Kunstwerken. Dabei legen sie gemeinsam mit Dozent Dr. Ludger Hiepel besonderes Augenmerk auf biblische Spuren aus dem Alten Testament mit Blick auf das Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Ausgesucht haben sich die fünf Studierenden aus dem vierten bis achten Semester unterschiedliche Werke aus dem St.-Paulus-Dom.

So beschäftigt sich Niklas Roman Hesselmann mit dem Meistermannfenster im Chorumgang. „Das Buch Daniel ist die Grundlage der Fenster. Es ist in einer Zeit der Verfolgung entstanden“, berichtet der Student, der die Geschichte aus dem Alten Testament mit dem Jubiläumsjahr verbinden möchte. Florian Knappheide behandelt das Bildprogramm auf dem Grabmal des Dompropstes Ferdinand von Plettenberg. Dargestellt ist die Neutestamentliche Szene „Jesus im Garten Gethsemane“. „Spannend ist, dass am Sockel die Bindung Isaaks durch Abraham sowie die Erhöhung der Schlange in der Wüste aus dem Alten Testament dargestellt sind“, berichtet er. Christian Winkhold hat ein Fragment einer Kasel, also eines liturgischen Gewandes, ausgewählt, das im Hochmittelalter entstanden ist. „Gezeigt wird die Wurzel Jesse, also der Stammbaum Jesu. Zu sehen ist seine Verwurzelung und die lange jüdische Tradition, in der er steht“, informiert er. Für einige der 14 goldenen Prophetenbüsten des Hochaltars und ihr Bildprogramm hat sich Mara Albracht entschieden. „Ich möchte den Fragen nachgehen, warum die Propheten, die vor allem aus dem Alten Testament stammen, in einer christlichen Kirche zu sehen sind und wie die Kirche die Propheten nutzt oder auch nicht“, erläutert sie ihren Ansatz. Zudem hat sich Stephan Offermann für das Pestkreuz und eine Medaille von 1350 entschieden, da es einen Bezug zum Untergang der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde und aktuell zur Pandemie gibt.

Das Ziel der Studierenden: Sie möchten ihre Ergebnisse ansprechend in einer digitalen Ausstellung präsentieren, Verbindungslinien untereinander finden und mit historischen, theologischen und aktuellen Themen verknüpfen. Interessante Tipps für die Umsetzung einer digitalen Präsentation erhalten sie von Kathrin Nolte von der Wissenschaftsredaktion der Abteilung „Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ der Universität. Sie präsentiert den Studierenden des Seminars, das in erster Linie aufgrund der Pandemiesituation online durchgeführt wird, Multimedia-Reportagen und gibt Tipps zum Thema Storytelling – also zum Erzählen einer Geschichte. „Die Informationen müssen für die Nutzer mit unterschiedlichen Medienformaten interessant verpackt werden. Das können Videos, Fotos oder beispielsweise Grafiken sein, die miteinander kombiniert werden“, führt sie an.

Jetzt geht es an die Konzeption, an die technische und erzählerische Umsetzung sowie an die Entwicklung von Verbindungslinien zwischen den einzelnen Kunstwerken. „Wichtig ist es, in das Projekt mit essenziellen Fragen einzuleiten, um die Zuschauer zu aktivieren, und einen roten Faden zu finden“, betont Hiepel, der immer wieder Verbindungslinien schafft und den Studierenden eine Rückmeldung zu ihren Ideen gibt.

Regelmäßig nehmen auch Viktoria Weinebeck, Elisabeth Lange und Katrin Egbringhoff von der Domkammer teil. Sie begleiten das Seminar, das sie gemeinsam mit der WWU konzipiert haben.

Für welche digitale Form sich die Studierenden entschieden haben und welche Geschichte sie erzählen werden, erfahren Interessierte bei einer Online-Vernissage am Donnerstag, 19. August, von 14.15 Uhr bis 15.15 Uhr. Bei der Anmeldung unter der Emailadresse bibel.im.dom@uni-muenster.de gibt es die Zugangsdaten.

Text: Michaela Kiepe, Bischöfliche Pressestelle
Foto: Elisabeth Lange, Domkammer

Öffnungszeiten

Der Dom ist werktags von 6.30 bis 19.00 Uhr und sonntags von 6.30 bis 19.30 Uhr geöffnet.

Beichtzeiten

Die aktuellen Beichtzeiten finden Sie jeweils in der wöchentlichen Gottesdienstordnung.

Online-Spende

Wir verweisen auf das Online-Portal, welches das Bistum Münster seit 2017 nutzt. Dort finden Sie auch Informationen zu den verschiedenen Projekten und wohin die Gelder weitergeleitet werden.