Der Abbau der Demokratie mit Hilfe von Christen

Bildunterschrift: Vor einem vollbesetzten Saal erläuterte Klaus Prömpers den Abbau der De- mokratie in den USA und die Rolle konservativer – auch katholischer – Christen und Instituti- onen daran. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Anke Lucht 

Ex-US-Korrespondent Klaus Prömpers referiert im Franz Hitze Haus


Münster (pbm/al). Am Umbau der Demokratie in den USA in ein autoritäres System wirken konservative Christen und Institutionen maßgeblich mit. Das ist am 20. Januar bei einem Abendforum in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster deutlich geworden. Referent war der ehemalige ZDF-Korrespondent in Washington, Klaus Prömpers. Mehr als 100 Interessierte waren zu dem Abend unter dem Titel „Mit Gott in den autoritären Staat?! Donald Trump und der Umbau der Demokratie in den USA “ in die Akademie gekommen.  

Der Termin der Veranstaltung fiel passenderweise auf den Jahrestag der zweiten Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump. Nach der Begrüßung durch Dr. Christian Müller, der im Franz Hitze Haus den Fachbereich Politik, Gesellschaft, Internationales leitet, stieg Prömpers unmittelbar in das Thema ein. Er machte deutlich: „Trump ist als Präsident kein Zufallstreffer, sondern hinter seiner Wahl steckt viel Arbeit, die schon in den 1980er-Jahren begonnen hat.“ Dabei gehe es auch nicht vorrangig um die Person Trump. Dieser sei lediglich „eine Schachfigur, die sich im Ringen um die Macht bei den Republikanern durchgesetzt hat.“  

Als wesentlichen Treiber der Entwicklung nannte der erfahrene TV-Journalist, der früher auch dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken angehörte, die Heritage Foundation. Das ist eine nationalistisch-konservative Denkfabrik. Hinter ihr stehen Prömpers zufolge rund 400 Organisationen.  

Bedenken müsse man bei der Bewertung der Situation, dass die USA sich schon immer als eine außergewöhnliche Nation verstanden hätten, „ein wenig wie das Volk Israel.“ Obwohl sie in der Verfassung festgeschrieben ist, finde „die Trennung von Staat und Kirche im Grunde nicht statt.“ Präsident Trump sei „eigentlich kein religiöser Mensch, aber trotzdem überzeugt, eine Mission zu haben, die allerdings dollargeprägt ist.“  

Das von der Heritage Foundation entwickelte Project 2025 – ein Plan zur rechtsgerichteten Umgestaltung der Regierung und des politischen Systems – verfolge vorgeblich vier Hauptziele: Stärkung und Schutz der klassischen Familie als Kern der Gesellschaft, Abbau der staatlichen Verwaltung, Stärkung der nationalen Souveränität vor allem durch Grenzschutz und 
Eindämmung der Migration sowie Betonung der individuellen Freiheit.  

Prömpers stellte wesentliche Akteure hinter dem Project 2025 vor, die dem evangelikalen und rechtkatholischen Milieu angehören. Die Zustimmung in der katholischen Kirche bröckele allerdings. „Es gibt hoffnungsvolle Pflänzchen, aber es ist noch nicht die Masse der Menschen, die sich dem Umbau der Demokratie entgegenstellt“, sagte der Referent. 

An seinen Vortrag schloss sich eine Diskussion an, an der sich das Publikum mit vielen interessierten Fragen und Beiträgen lebhaft beteiligte. Als eine Art Fazit stellte Prömpers fest: 

„Die Lage in den USA zeigt, dass die Demokratie nicht einfach da ist, sondern täglich neu verteidigt werden muss, von allen Einzelnen.“