Christmette mit Bischof Genn: "Gottes Liebe höhlt Virus aus"

Archivbild.

„Weihnachten ist auch durch ein Virus nicht klein zu kriegen“: Diese aufmunternden Worte hat Münsters Bischof Dr. Felix Genn in der Christmette an Heiligabend, 24. Dezember, im St.-Paulus-Dom Münster an die Gläubigen gerichtet.

In seiner Predigt verwies der Bischof auf ein Exponat der Krippenausstellung im Religio-Museum in Telgte. Dort habe ein Künstler ein Modell des Corona-Virus geöffnet und das Kind in der Krippe hinein gelegt. In dieser Darstellung ertöne für ihn die Weihnachtsbotschaft, betonte Genn: „Was uns Weihnachten angeboten wird, ist genau dies: Gott kommt auch in die Situation der Pandemie.“ Und wenn das Virus schon globale Auswirkungen habe, dann gelte das für diese Botschaft erst recht.

Gott sei „so mächtig, dass er sich wehrlos machen kann, er ist so gut, dass er auf den göttlichen Glanz verzichtet, um uns mit seinem Glanz anzustecken, damit dieser in uns weiterwirkt und Güte von uns ausstrahlt“. Gerade in diesem Jahr der Corona-Pandemie müsse diese Bedeutung von Weihnachten verkündet werden.

In diesem Zusammenhang erinnerte der Bischof, „dass es noch viel mehr Glaubenszeugen und Glaubenszeuginnen gibt, gerade heute im Dienst an den Kranken und Schwachen, in der Hilfe von Nachbarn und vielen Menschen in unseren Gemeinden.“ Ihnen drückte er seinen ausdrücklichen Dank und Respekt aus.

Weihnachten sei keine Idylle, auch wenn der ganze Glanz des Himmels auf diesem Baby aufstrahle und sich in ihm die Herrlichkeit der göttlichen Liebe zeige – aber eben in der äußersten Armut. „Das Gute strahlt von diesem Kind aus“, betonte der Bischof“, „und so strahlt dieses Ereignis heute durch die Güte von Menschen weiter, oft über die eigenen Kräfte hinaus, die darum bemüht sind, diesem Virus die Kraft ihrer Kompetenz, aber auch ihrer Liebe, ihres Einsatzes entgegenzustellen.“ Neben den Menschen in Medizin und Pflege würdigte Genn die Güte derjenigen, „die auch die anderen Pandemien – die der Einsamkeit, der Gleichgültigkeit und vieler anderer Egoismen – überwinden, um mitten im vielen Dunkel etwas Licht aufstrahlen zu lassen.“

Die Krippendarstellung in Telgte lasse durch das Virus blicken. „Es ist ausgehöhlt, weil darin der menschgewordene Gottessohn Platz genommen hat. Wir haben Angst, wir sind in berechtigter Sorge, wir sind froh, dass es einen Impfstoff gibt. Gott lässt sich durch seine Liebe von unserer Armut anziehen. Er durchbohrt sie, höhlt sie aus, durchstrahlt sie, füllt sie an. Es ist die Kraft seiner wehrlosen Liebe“, sagte der Bischof.


Text: Anke Lucht, Bischöfliche Pressestelle
Foto: Michael Bönte, Kirche+Leben

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