Christian Fechtenkötter wird Pfingsten zum Priester geweiht

Für die Arbeit in der Gemeinde schlägt das Herz von Christian Fechtenkötter. Das ist dem 53-Jährigen in den vergangenen vier Jahren immer bewusster geworden. Nun mündet sein etwas kurviger Lebensweg in der Priesterweihe, die er am Pfingstsonntag, 23. Mai, von Bischof Felix Genn im St.-Paulus-Dom in Münster empfängt.

Fechtenkötter ist in seiner Heimatgemeinde St. Aloysius in Nortrup bei Osnabrück gut katholisch sozialisiert aufgewachsen. Als junger Mensch engagierte er sich als Kommunionhelfer und in der Kolpingjugend auf Bezirks- und Diözesanebene. „Unser Pastor war immer sehr hilfsbereit. Es war eine sehr familiäre Atmosphäre. Das hat mich begeistert, und er war ein Vorbild für mich“, erzählt Fechtenkötter. Deshalb sei es für ihn eine Option gewesen, einen geistlichen Weg einzuschlagen. „Aber ich habe damals einen anderen Weg gesucht, denn Abitur und Theologiestudium kamen für mich nicht in Frage“, berichtet er. Nach dem Abschluss an der Handelsschule begann Fechtenkötter seinen Zivildienst in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. „Schnell ist mir klar geworden: Das möchte ich beruflich machen“, führt er aus. Gesagt, getan. 1988 begann er mit der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger und arbeitete anschließend in Einrichtungen in Quakenbrück, Bersenbrück und Osnabrück.
 
Doch die Idee von einem geistlichen Leben ließ ihn nicht los. Über die Jugendarbeit hatte er die Benediktiner im Kloster in Damme und in der Abtei Münsterschwarzach kennengelernt und trat im Januar 1996 in den Orden ein. Er absolvierte im in der Abtei Münsterschwarzach eine Ausbildung zum Bürokaufmann, übernahm 15 Jahre lang die Buchhaltung im Kloster Damme, führte den Klosterladen, arbeitete in der Jugendarbeit und geistlichen Begleitung mit. „Während meiner vierjährigen Ausbildung zum ständigen Diakon wurde mir immer klarer, dass meine Leidenschaft in der Gemeinde und der Seelsorge vor Ort liegt“, sagt Fechtenkötter. Nach 21 Jahren verließ er den Orden. „Die Schließung des Klosters in Damme Ende 2016 war nicht der Auslöser. Jedoch habe ich während der Ausbildung zum Diakon gemerkt, dass mein Weg aus dem Orden raus und in die Gemeinde hinein führt. Das war eine sehr prägende Zeit. Mir ist bewusst geworden, dass ich Menschen über eine längere Zeit begleiten möchte als es beispielsweise im Kloster möglich ist.“ In Absprache mit Bischof Felix konnte Fechtenkötter im März 2017 eine Ausbildung zum Pastoralreferenten in der Coesfelder Pfarrei St. Lamberti beginnen. „Mir war diese Ausbildung wichtig, um meine Arbeit in der Gemeinde professionell und in guter Weise tun zu können und auch im Hinblick auf die Priesterweihe“, erklärt Fechtenkötter.

Die Zeit in Coesfeld sei für ihn ein Geschenk gewesen. „Wir sind ein großes und kreatives Seelsorgeteam. Da geht vieles. Das ist zum Beispiel deutlich geworden, als durch die Corona-Pandemie Präsenzangebote eingeschränkt waren, und uns die Situation vor neue Aufgaben gestellt hat“, berichtet er.

Kirche, Gottesdienst, Gemeinde – das alles gehört für Fechtenkötter von Kindesbeinen an zu seinem Leben. „Ich habe immer schon ein inneres Interesse daran, was im Evangelium steht. Ich fand die Evangelien spannend, zum Teil unglaublich und habe mich gern damit beschäftigt. Was Jesus sagt und wie er handelt, hat mich von Anfang an angesprochen und begeistert“, erklärt er. Um die heilige Schrift zu verinnerlichen, wählt er gern den Weg des kontemplativen Betens. „Ich öffne mich für Gott. Vieles trägt und begeistert mich. Ich werde nicht müde, mich mit den Texten zu beschäftigen. Sie füllen sich für mich immer mehr an. Mit Erfahrung, mit Erkenntnis, mit Gottesverbindung“, ist er begeistert.

Die Feier der Priesterweihe am Pfingstsonntag, 23. Mai 2021, um 14.30 Uhr wird als Livestream vom Bistum Münster unter anderem auf folgenden Kanälen übertragen: www.bistum-muenster.de, www.paulusdom.de, www.youtube.com/bistummuenster.

Gemeinsam mit Lars Schlarmann feiert Christian Fechtenkötter seine Heimatprimiz in Coesfeld am Pfingstmontag, 24. Mai, um 10.30 Uhr im Park des Klosters Annenthal.


Text: Michaela Kiepe, Bischöfliche Presstelle
Foto: Achim Pohl, Bischöfliche Pressestelle

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