Unser Dom ist schön: Von Bischof Dr. Reinhard Lettmann (+)

Unser Dom ist schön. Er ist immer schön. Am schönsten aber ist er, wenn er gefüllt ist mit gläubigen Menschen, die sich zum festlichen Gottesdienst versammeln, um Gott zu loben, ihn anzubeten und Eucharistie zu feiern. Dann wird unser Dom aus Stein ein Bild des geistigen Domes, der erbaut ist aus lebendigen Steinen, ein Bild der lebendigen Kirche. Unser Dom kann uns auf wesentliche Grundlagen und Eigenschaften dieser lebendigen Kirche hinweisen.

Auf starkem Fundament

1. Wer von der Pferdegasse oder vom Michaelisplatz aus den Domplatz betritt, ist beeindruckt vom Bild unseres Domes. Breit, wuchtig und schwer, der Erde verbunden, erhebt er sich auf dem Domhügel, wie auf einem festen Fundament. Ein solcher Dom ist festgegründet. Auf starkem Fundament kann er die Zeiten überdauern.

Das feste Fundament, auf dem die lebendige Kirche erbaut ist, ist Jesus Christus. Der Apostel Paulus, der häufiger das Bildwort vom Bau des Hauses auf die Kirche anwendet, schreibt an die Christen in Korinth: "Ich habe wie ein guter Baumeister den Grund gelegt. Ein anderer baut darauf weiter. Jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut; denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus" (1 Kor 3,10-11). Der Glaube an Jesus Christus ist das feste Fundament, auf dem unsere Kirche steht. Der heilige Ludgerus, der erste Bischof von Münster, hat die Kirche von Münster auf dieses feste Fundament gegründet. Auf diesem Fundament haben die nachfolgenden Generationen mehr als ein Jahrtausend hindurch weitergebaut.

Auch wir wollen an diesem Fundament festhalten. Wir wollen dem Wort des Apostels an die Kolosser folgen: "Ihr habt Jesus Christus als Herrn angenommen; darum lebt auch in ihm. Auf ihn seid ihr gegründet; baut auf ihn und haltet an dem Glauben fest, in dem ihr unterrichtet wurdet" (Kol 2,6-7).

Die Weite des Raumes

2. Wer den Dom betritt, ist überrascht von der Weite des Raumes. Der große, offene, weit überwölbte Raum kann viele Menschen versammeln und zur Gemeinschaft zusammenfügen. Dies kann ein Bild sein für die Weite, die unsere Kirche prägen soll. In ihr haben Menschen aller Rassen und Klassen, aller Völker und Sprachen Platz, sofern sie sich auf das gemeinsame Fundament des Glaubens an Jesus Christus stellen.

Die Weite unseres Domes ist einladend. So soll auch unsere Kirche die Türen öffnen und einladend für die Menschen sein. Die Weite unseres Domes ist hell und licht. Große und helle Fenster öffnen ihn nach außen und lassen zugleich Licht hineinfallen. Unsere Kirche soll kein Ghetto sein, das sich vor der Welt abschließt. Sie soll offen sein für die Fragen und Anliegen der Menschen und zugleich ihr Licht in die Welt hineinleuchten lassen. Die Weite unseres Domes verbindet die verschiedenen Menschen zur Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft der Kirche soll uns auch im Leben tragen in der Liebe und Sorge füreinander.

Über dem Dom liegt ein Geheimnis

3. Einen besonders unvergesslichen Eindruck gewinnt man von unserem Dom an Herbstabenden, wenn er in von leichtem Nebel geprägtem Dämmerlicht angestrahlt wird. Man spürt dann, wie über unserem Dom ein Geheimnis liegt, das über den Bau aus Steinen hinausweist. An solchen Abenden wird unser Dom zu einem Bild jener himmlischen Stadt, die Gott uns verheißen hat. Er weckt in uns die Hoffnung auf unsere endgültige Heimat im Himmel. Diese Hoffnung darf die Kirche nicht verlieren. Sie gibt ihr und jedem von uns die Kraft für unseren Weg durch die Zeit, dem kommenden Christus entgegen.

Errichtet zur Ehre Gottes

4. Wenn wir so großartige Bauwerke wie unseren Dom sehen, fragen wir uns manchmal nach den Motiven der Menschen, die sie erbaut haben. Die Dome sollten nicht nur Funktionsräume sein, in denen die gläubige Gemeinde sich versammelt. Der Dom wurde errichtet zur Ehre Gottes.

Im Brief des Apostels Paulus an die Epheser heißt es: Gott "werde verherrlicht durch die Kirche und durch Jesus Christus in allen Generationen für ewige Zeiten. Amen" (Eph 3,21). Die Kirche, auch die Kirche von Münster, für die unser Dom ein Sinnbild ist, hat ihre letzte Bestimmung in der Verherrlichung Gottes. Sie muss nicht nur im Gottesdienst, sondern in allen ihren Lebensäußerungen die Ehre Gottes suchen und sich immer wieder fragen, ob sie dieser ihrer Bestimmung entspricht. Gott hat uns seine Ehre und die Ehre seiner Schöpfung anvertraut. Wir müssen deshalb die Schöpfung Gottes in Ehren halten. Wir müssen vor allem den Menschen als Krone der Schöpfung in Ehren halten. In allem und darüber hinaus halten wir Gott in Ehren.

In den Lobpreis einstimmen

Die Kirche von Münster im Dienst der Verherrlichung Gottes. Gott "werde verherrlicht durch die Kirche und durch Jesus Christus in allen Generationen für ewige Zeiten. Amen." Dieses Wort des Apostels ist ein Lobpreis, wie er im Gottesdienst gesprochen werden konnte und auch gesprochen worden ist. Er schließt mit dem bestätigenden Amen. Auch wir wollen in unserer Zeit und in unserer Generation in diesen Lobpreis einstimmen.

Foto: Michael Bönte, dialogverlag

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Di.: 16.00 bis 18.00 Uhr
Mi.: 8.30 bis 12.00 Uhr
Do. vor Herz-Jesu-Freitag:
16.00 bis 18.00 Uhr
Fr.: 8.30 bis 10.30 Uhr und
16.00 bis 18.00 Uhr
Sa.: 8.30 bis 12.00 Uhr und
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