Domorgel

Drei Generationen des Orgelbaus

Die Hauptorgel des Doms zu Münster (IV/74 + Glockenspiel) stammt von Orgelbau Johannes Klais (Bonn) und vereinigt sozusagen drei Generationen des Orgelbaus in sich. Gehäuse und Spieltechnik entstanden 1987 im Zusammenhang mit der vorhergehenden Renovierung des gesamten Doms. Hingegen wurde der größte Teil des Pfeifenmaterials, also der klanglichen Substanz, aus der Vorgängerorgel entnommen.

Diese wurde 1956 in einer Kammer im Stephanuschor über dem Kapitelsaal installiert. Mit dem neuen Gehäuse wurde auch die Aufstellung verändert: die heutige Orgel steht im Johanneschor in Bodennähe; diese Aufstellung ermöglicht vor allem die Begleitung des Chores. Hierfür steht auch noch ein kleiner fahrbarer elektrischer Spieltisch zur Verfügung, von dem aus die Register des I. Manuals angespielt werden.

2002 wurde die Hauptorgel gründlich – auch klanglich – überholt; außerdem wurden einige Register ausgetauscht. Ebenfalls 2002 entstand im Westwerk des Doms ein "Auxiliarwerk" mit 14 Registern, das keine separate Spielanlage hat, sondern vom Hauptorgelspieltisch aus elektrisch angesteuert wird (wahlweise Manual I, II, III). Wenngleich es auch über enorme solistische Qualitäten verfügt, ist seine Hauptfunktion doch eigentlich die Verstärkung des Orgelklangs und seiner Präsenz sowie der rhythmischen Transparenz im hinteren Teil des Doms.

Eine Besonderheit des neuen Auxiliarwerks ist die "Tuba episcopalis" in 16‘-8‘-4‘-Lage mit einem Winddruck von 450 mm WS. Dabei handelt es sich um eine dem englisch-romantischen Orgelbau entlehnte Spezialität – eine überaus starke Solostimme, die sich mühelos noch im Plenum beider Instrumente durchsetzt.

Eine erneute Reinigung und Neuintonation der Orgelanlage erfolgte im Sommer 2014, wiederum durch Firma Klais. Im Zuge dieser Arbeiten wurde das bisherige "Auxiliar" zum Turmwerk ausgebaut: es erhielt zusätzlich ein schwellbares Solowerk mit fünf Stimmen auf 150 mm WS. Auch die Tuba episcopalis hat innerhalb dieses Schwellkastens einen neuen Platz gefunden. Damit einhergehend war auch eine Neuordnung des Spieltischs notwendig, um die Register des Turmwerks zu integrieren und ins Blickfeld des Organisten zu rücken.

Hauptorgel (1987/2002)
  • I. Positiv

    Praestant 8‘
    Koppelflöte 8‘
    Unda maris 8‘
    Quintadena 8‘
    Principal 4‘
    Blockflöte 4‘
    Nasard 2 2/3‘
    Principal 2‘
    Rohrflöte 2‘
    Terz 1 3/5‘
    Sifflöte 1 1/3‘
    Septime 1 1/7‘
    Octävchen 1‘
    Mixtur 4-6f
    Cromorne 8‘
    Trompete 8‘
    Tremulant
    Glockenspiel

    II. Hauptwerk

    Principal 16‘
    Metalloctave 8‘
    Holzoctave 8‘
    Grobgedackt 8‘
    Große Quinte 5 1/3‘
    Octave 4‘
    Spillflöte 4‘
    Große Terz 3 1/5‘
    Quinte 2 2/3‘
    Superoctave 2‘
    Mixtur 6-8f
    Acuta 4f
    Cornet 5f
    Trompete 16‘
    Trompete 8‘
    Trompete 4‘

    III. Récit

    Principal 8‘
    Gedacktflöte 8‘
    Spitzgedackt 8‘
    Principal 4‘
    Querflöte 4‘
    Schwegel 2‘
    Rauschpfeife 2-3f.
    Mixtur 5-6f
    Fagott 16‘
    Trompette harm. 8‘
    Hautbois 8‘
    Clairon 4‘
    Tremulant

    IV. Schwellwerk

    Gedacktpommer 16‘
    Holzprincipal 8‘
    Rohrflöte 8‘
    Gamba 8‘
    Vox coelestis 8‘
    Octave 4‘
    Quintadena 4‘
    Hohlflöte 2‘
    Sesquialter 2f
    Mixtur 4f
    Terzcymbel 3-4f
    Regal 16‘
    Rohrschalmey 8‘
    Vox humana 8‘
    Tremulant

    Pedal

    Untersatz 32‘
    Offenflöte 16‘
    Principalbass 16‘
    Subbass 16‘
    Octavbass 8‘
    Rohrgedackt 8‘
    Tenoroctave 4‘
    Spitzflöte 4‘
    Octave 2‘
    Mixtur 6f.
    Hintersatz 4f.
    Contraposaune 32‘
    Posaune 16‘
    Bombarde 16‘
    Trompete 8‘
    Clarine  4‘

Turmwerk (2002/2014)
  • Turm-Hauptwerk    

    Principal 8‘
    Gamba 8‘
    Gedacktflöte 8‘
    Octave 4‘
    Rohrflöte 4‘
    Superoctave 2‘
    Cornet 5f
    Mixtur 5f
    Trompete 8‘

    Normal-, Sub- und Superkoppeln an I./II./III./Ped.

    Turm-Schwellwerk

    Doppelflöte 16’
    Doppelflöte 8’
    Sologambe 16’
    Sologambe 8‘
    Klarinette 8‘ (durchschl.)
    Tremulant

    TSW an I./II./III./Ped.

    Tuba episcopalis 16‘
    Tuba episcopalis 8‘
    Tuba episcopalis 4‘

    Tuba an I./II./III./Ped.

    Turmwerk-Pedal

    Subbass 16‘
    Posaune 16‘

Orgelpositiv im Westchor
  • In den 1650er Jahren von einem unbekannten Meister erbaut, erfuhr das Instrument mehrere Umbauten (um 1700, dann 1832 und 1875 sowie gravierende Veränderungen 1960). Lange tat das Instrument auf dem Lettner des Domes (bis zu dessen Abbau) seinen Dienst, zunächst als Generalbassinstrument in der barocken Musizierpraxis, später wohl mehr als Intonationshilfe für den Chor. Nach 1875 erhielt es einen neuen Aufstellungsort in der Marienkapelle, später im Johanneschor des Doms. Seit der Gründung des Klarissenkonvents am Dom tut es täglich seinen Dienst zur Begleitung der gesungenen Vesper im Westchor des Domes.

    2009 konnte das Instrument in der Werkstatt von Orgelbaumeister Johannes Rohlf erneuert werden. Die historische Substanz (Gehäuse, Tastatur, zwei Holzregister 8' und 4') wurde sorgfältig restauriert und die übrigen Teile (Windversorgung, Traktur, fünf Register) erneuert.

    In einer feierlichen Vesper am 22.09.2009 wurde das Positiv wieder eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

    Zur Einweihung ist eine kleine Festschrift erschienen, die in der Domverwaltung zum Preis von 2,00 € erhältlich ist.

    Disposition: Manual C / D – c'''

    Gedackt 8' alt; Eichenholz
    Salicional 8' Diskant
    Holzprincipal 4' alt; Eichenholz
    Rohrflöte 4'
    Nasard 2 2/3'
    Octave 2'
    Trompetenregal 8'
                                         
    Schleifenteilung bei allen Registern zwischen h und c'
    Stimmung Andreas Werckmeister, 1691
    Winddruck 54 mm WS

CD-Produktionen

CD's sind erhältlich in der Domverwaltung (Telefon: 0251 495-6700), an der Kasse der Domkammer sowie nach Konzerten am Ausgang des Doms.

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