Trost für 200 Witwen und Witwer im St.-Paulus-Dom Münster

Bischof Felix Genn nahm sich für die Einzelsegnungen nach dem Gottesdienst zum "Tag für alle, deren Partner verstorben sind" viel Zeit.

Der Tod des Partners oder der Partnerin verändert das Leben - von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr wie es war. Allen, deren Leben sich auf diese Weise im Ausnahmezustand befindet, machte Münsters Bischof Dr. Felix Genn am Samstag, 23. September, mit Worten von Papst Benedikt XVI. Mut: "Wer glaubt, ist nie allein." Dieses Gefühl zu erfahren, Hoffnung zu spüren, das wünschte Genn den mehr als 200 Frauen und Männern aus den verschiedenen Kreisdekanaten, die der Einladung des Bistums nach Münster gefolgt waren, um beim "Tag für alle, deren Partner verstorben sind" gemeinsam zu trauern und Trost zu finden.

Im Gottesdienst, den der Bischof zu Beginn im St.-Paulus-Dom feierte, musste sich niemand seiner Tränen schämen. Genn ging in seiner Predigt näher auf die Worte Papst Benedikts XVI. ein – und hinterfragte sie: "Trotz dieser Zusage fühlen wir uns manchmal allein." Selbst der beste Zusammenhalt in einer Familie könne die letzte Einsamkeit im Herzen nicht überwinden. "Trauer kann schwer sein wie ein Stein", sagte der Bischof. Der "Tag für alle, deren Partner verstorben sind" wolle die Trauernden in ihrer Situation stärken – auch in ihrem Vertrauen auf die Perspektive, die der Glaube anbiete: "Mit dem Tod ist nicht Schluss." Der auferstandene Jesus "ist der Grund unserer Hoffnung, dass es ein Wiedersehen gibt."

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm die Dattelner Amandusmusik unter Leitung von Michael Kemper. Zum Abschluss der Messe hatte jeder die Gelegenheit, sich einzeln von Bischof Genn, Prälat Norbert Kleyboldt, den Domkapitularen Dr. Klaus Winterkamp und Josef Leenders oder Dompropst em. Josef Alfers segnen zu lassen. Der Bischof und die Mitglieder des Domkapitels nahmen sich dabei für jeden und jede Zeit.

Nach dem Mittagsimbiss standen verschiedene Angebote zur Auswahl. Die Teilnehmer tauschten sich über die Bedeutung und Möglichkeiten von Trauerarbeit aus, sangen gemeinsam, nahmen an einer Domführung oder einem Konzert mit ausgewählten Musikstücken und Rezitationen in der Überwasserkirche teil. Nach einem Kaffeetrinken klang der Tag mit einer Andacht im Dom aus.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner
23.09.2017

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