Bischof Genn am Karfreitag: Wut, Hass und Gewalt in Liebe und Verzeihung verwandeln

Am Karfreitag erinnert die Kirche an das Leiden und Sterben Jesu.

Am Karfreitag erinnert die Kirche an das Leiden und Sterben Jesu.

"Was aus Liebe geschieht, geht niemals verloren. Liebe ist stärker als Tod und Hass." Das hat Bischof Felix Genn am Karfreitag (14.04.2017) im St.-Paulus-Dom in Münster bei der Feier vom Leiden und Sterben Christi gesagt.

Der Bischof ging in seiner Predigt von den Stationen des Leidensweges Jesu und von Darstellungen des Kreuzweges aus. Insbesondere ging er auf die sechste Station ein, bei der Veronika Jesus ein Tuch reicht, um seinen Schweiß und das Blut abzutrocknen. Dies sei, so sagte der Bischof, nur eine ganz kleine Geste. Aber: "Kleine Handlungen liebender Anteilnahme und sorgenden Mitleids hinterlassen ihre Spuren."

Wer die Stationen des Leidensweges Jesu betrachte, könne sehr schnell Verbindungen zu den eigenen Lebenserfahrungen oder zu Erfahrungen anderer Menschen auch in unserer Zeit ziehen. "Denken Sie zum Beispiel daran, wie viele ungerecht angeklagt und verurteilt werden, oder wie Menschen ein schweres Schicksal auf sich nehmen und tragen müssen und darunter nicht nur einmal, sondern mehrere Male zusammenbrechen", sagte Bischof Genn. Er betonte: "Angenagelt, gekreuzigt zu werden, entblößt und der öffentlichen Häme preisgegeben – wie viele müssen das ertragen?"

Das Bild von Jesus mit der Dornenkrone, das sich in das Tuch der Veronika eindrücke, zeige auch, was die Christen am Karfreitag feierten. Ein Marter-Werkzeug werde in die Höhe gehoben und als Triumph besungen: "Es ist ein Zeichen dafür, dass in Jesus möglich geworden ist, Wut, Hass und Gewalt in Liebe und Verzeihung zu verwandeln. Ganz stark und allen Widerständen zum Trotz dürfen wir erkennen: Nur die Liebe trägt den Sieg davon." In der Geste der Veronika sehe er auch ein Bild dessen, was Jesus für die Menschen am Kreuz getan habe: "Er reicht uns seinen Leib, damit wir uns in sein Bild verwandeln, Christen werden, die Hass und Gewalt, Terror und Zerstörung die rote Linie zeigen, rettend und Heil wirkend für andere werden."

Oft, so fuhr der Bischof fort, seien es gerade in den zurückliegenden Monaten Menschen wie Veronika gewesen, die "keine Angst vor dem Leid der Fremden und Flüchtigen hatten". Karfreitag sei eine Ermutigung und könne die Menschen dankbar machen "für diese abgrundtiefe Großtat der Liebe". Zugleich könnten die Menschen damit die Bitte an Gott verbinden, sie zu stärken, am Kreuzweg anderer teilzunehmen.

Die Predigten von Bischof Felix Genn finden Sie hier.

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Text: Bischöfliche Pressestelle
Foto: Michael Bönte, Kirche+Leben
14.04.2017

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